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Schenkung umfangreicher Bestände  der Privatbibliothek von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Nikolaus Himmelmann

Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann-Wildschütz (31.1.1929 – 19.12.2013)

Das Seminar für Klassische Archäologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verdankt dem am 19.12.2013 verstorbenen Klassischen Archäologen Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann einen äußerst wichtigen Zuwachs der Bibliothek. Dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend hatte seine Witwe Annelis Himmelmann großzügig verfügt, dass alle Bücher der umfangreichen Privatbibliothek ihres Mannes, die in der Universität Halle nicht vorhanden waren, dieser geschenkt wurden. Im April 2014 konnten auf diese Weise rund 1.300 Fachbücher der Zweigbibliothek Klassische Altertumswissenschaften im Robertinum hinzugefügt und dadurch mißliche Fehlbestände reduziert werden.

Nikolaus Himmelmann-Wildschütz kann man zweifellos zu den bedeutendsten Vertretern der Klassischen Archäologie des 20. und 21. Jahrhunderts zählen. Geboren 1929 in Münster/Westfalen schloß er sein Studium der Klassischen Archäologie 1954 mit der Promotion in München ab. Bereits vier Jahre später erfolgte 1958 seine Habilitation in Marburg. Nachdem er 1962 seine erste Professur an der Universität des Saarlandes angetreten hatte, wurde er 1966 zum Professor für Klassische Archäologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ernannt, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1994 nicht mehr verließ. Nikolaus Himmelmann war mit der Mitgliedschaft in mehreren wissenschaftlichen Akademien ausgezeichnet worden und erhielt die Ehrendoktorwürden der Universitäten in Athen und Thessaloniki. Seine langjährige Wirkungsstätte, das renommierte Archäologische Institut der Universität Bonn mit dem angegliederten Akademischen Kunstmuseum, gehörte unter seiner Leitung zu den wichtigsten Lehrstühlen für Klassische Archäologie nicht nur in Deutschland. Zahlreiche Studenten und Studentinnen aus dem In- und Ausland wurden hier von Nikolaus Himmelmann promoviert, um dann ihrerseits an archäologischen Instituten und anderen Einrichtungen des Faches wichtige Positionen zu bekleiden. So kann man mit Recht das Bonner Institut dieser Zeit als eine der einflußreichsten Institutionen der Klassischen Archäologie in Deutschland bezeichnen. Legendär sind die Vorlesungen Nikolaus Himmelmanns, der hier stets eigene aktuelle Forschungen mit der Lehre verband und so die Studierenden an seinen wissenschaftlichen Arbeiten unmittelbar teilhaben ließ. Die wissenschaftliche Tätigkeit Himmelmanns umfaßte nicht nur ein exzeptionell breites Spektrum, sondern führte auch zu zahlreichen Erkenntnissen, die für das Verständnis der antiken Kultur grundlegend wurden. Besonderes Interesse brachte Nikolaus Himmelmann zweifellos der griechischen Kultur entgegen, was sich im Spektrum seiner umfangreichen Privatbibliothek eindrucksvoll widerspiegelt. Dass die Fachbibliothek der Klassischen Altertumswissenschaften in Halle ihre Bestände mit Himmelmanns Büchern vervollständigen konnte, ist von unschätzbarem Wert für die Klassische Archäologie im Robertinum, die ebenso wie das Bonner Institut zu den ältesten und traditionsreichsten Lehrstühlen dieses Faches in Deutschland gehört. Es ist insofern sicherlich nicht nur persönlichen Kontakten zu Prof. Himmelmann geschuldet, dass dieses umfangreiche Bibliotheks-Vermächtnis an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ging, die es dankbar in Ehren halten wird.

Prof. Dr. H. Bumke

Blick in die Zweigbibliothek Klassische Altertumswissenschaften im Robertinum

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